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Origenes von Alexandria (ca. 185–254) gehörte zu den ersten christlichen Denkern, die die verschiedenen Bedeutungsebenen biblischer Texte systematisch untersuchten und die allegorische Auslegung zu einer Methode ausbauten. Dass Teile seiner Arbeit Jahrhunderte später als häretisch verurteilt wurden, hat seinem Ruf aus heutiger Sicht kaum geschadet – eher im Gegenteil. Problematischer war die Etablierung einer institutionell abgesicherten Deutungshoheit, die bis heute immer wieder versucht, die Urbedeutung biblischer Texte dogmatisch zu vereinnahmen. Die kulturellen und zivilisatorischen Folgen dieser unheiligen Allianz von Dogma und politischer Macht reichen weit über die Bibelauslegung hinaus. Es verwundert daher nicht, dass systematische, textimmanente und kategorial begründete Analysen der biblischen Symbolsprache bis heute vergleichsweise selten sind.
Die obige Darstellung gibt einen Überblick über die vielfältigen Symboltypen, die die biblischen Autoren verwendeten, um die geistig-seelischen Tiefendimensionen der biblischen Mikro- und Makrostrukturen zu illustrieren.
Was die Grafik nicht zeigt ist die text-immanente Ontologie der biblischen Symbolwelt. Und da war es tatsächlich bereits Origenes, der drei Bedeutungsebenen klar unterschied: Die wörtliche, moralische und allegorische = geistig-ektroptische Bedeutung biblischer Text- und Sinnfelder.